Digger Aller

Digger (auch Digga) kommt aus Hamburg. Genau wie das Wort Digger selber.

Das Wort hat diese Geschichte:

Im Jahr 2000 steht der deutsche Rapper Alexander Bogojevic alias das Bo mit „Türlich, Türlich (sicher Dicker)“ viele Wochen in den Charts.
Bei das Bo klingt das harte -ck wie ein weiches -gg.
Viel lässiger….und typisch:

eine typisch norddeutsche Konsonantenabschwächung, erklärt der Slangforscher Jannis Androutsopoulos.

Der Hamburger Professor weiß auch, dass die Grußformel eine lange Tradition im Norden hat. Hafenarbeiter des Hamburger Hafen sollen schon „Digger“ als Anrede gebraucht haben.

Der Begriff hat sich verselbstständigt wie Alder für Alter. Man muss aber weder dick noch alt sein, um als Digger oder Alder durchzugehen.


Unser Digger Aller (Digga) hat diese Geschichte:
Aus dem Nichts heraus, aus dem Stand, zufälligerweise, im Musikstudio, wo er eigentlich ein paar schwermütige Balladen einspielen wollte, fällt ihm Text ein, ein spontaner Fluß der Worte, der Kneipenblues.

Kneipenblues von Digga

Hamburger Hafen – Reeperbahn – Kneipen – Blues – 432 Hz – Maria Renold Stimmung

  1. Kneipenblues Digger Aller 8:30

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Der Text vom Kneipenblues

Das is’ jetzt hier der Kneipenblues.

Letzens denk’ ich so nach Feierabend geh’ mal in die Kneipe rein
Und zieh mir da irgendwie noch 3,4,5 Biere rein.

Und dann ich sitz da und bin voll okay,
da geht die Tür auf, kommt ein Typ rein
und ich denk schon so
„Oh nee, oh nee! Bidde geh’ weg!“

Und dann setzt er sich dann auch noch genau neben mich,
und was dann gleich aufgeht is’ sein Gesicht. Oh nee.

Und dann denk ich: „Okay nehm’ doch irgendwie in Kauf!“
Und dann nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Und dann hör ich immer wieder: „Ich, ich, ich!
Mir geht’s schlecht und den Anderen irgendwie nich’!“

Und ich denk so: „Hör ma’ auf zu labbern!“
Denn davon wird mein Bier ganz schlecht.

Und ich denke dann,
sprichst die Dame an,
hinterm Tresen
und orderst ersma’ `n büschn Schnaps.

Sag ich zu ihr, hier gib acht Schnaps
ein für mich und der Rest für ihn.

Und denk ich so, wird nich’ besser
Irgendwie kommt immer noch heiße Luft raus.
Und dann denke ich, sagst ihm das mal direkt,
auch wenn ihm das nicht schmeckt.

Und ich sag zu ihm: „Bidde hör’ ma’ auf,
irgendwie geht mir das hier grad ziemlich auf’n Sack!“
„Weißt Du da hinten am Ende des Tresens is’ auch noch `n
bissn Platz frei!“

Er geht einfach nich’ weg. Ich denk, wie kann ich das denn
Jetzt ma’ regeln? Ich hab’ leider keine Säge dabei, sonst hätt’
ich ihm den Stuhl angesägt.

Das hier der Blues. Der Blues „Geh’ mir nicht die Nerven und
halt endlich mal dein Maul, denn ich hab schon lange Feierabend,
was willst denn von mir?

Junge, Junge, geh’ doch mal jemand anners nass,
da sind auch irgendwie zwo, drei andere Jungs
und denn kannst Du dann nochma’ das Selbe erzählen wie mir,
mit sieben Schnaps mehr im Kopf.

Und er geht nicht weg, wie so’n Leberfleck
und ich frag mich, man wo soll ich denn jetzt hier hin?
Denn er klebt an mir, wie `n Magnet
und ich warte nur, darauf das er weg geht.

Und dann sitz’ da und mein Bier schmeckt nich’ mehr
und dann denk’ ich irgendwie, wenn ich woanders wär,
dann wär’s auch nich’ viel besser,
wahrscheinlich wär’ da auch, wahrscheinlich wär’ da auch
so’n Lauch! Wie er!

Gesprochen:

Und jetzt? Was mach ich denn jetzt? Denk’ ich so. Hau ich ihm eine rein, stell’ ich ihm ein
Beim oder zieh’ ihm in den Haaren? Ich weiß nich’!

Und dann fällt’s mir ein, ich bestell einfach nochmal acht Schnaps für ihn.

Aber das klappt auch nich’, denn er’s trinkfest
und dann gibt er mir mit sein’ beknackten Geschichten, mit sein’
beknackten Geschichten den Rest.
Und ich denk so: „Entspannung futsch!“

Und dann isses so und ich und ich, ich mach’s ihm gleich.
Ich nehm’ noch einen kräftigen Schluck und kotz in voll.

Da guck mich so an und sagt zu mir „Ey Mann, das is’ doch jetzt
irgendwie nich’ Dein ernst?“ Und ich sag wieso?
Das hast doch auch, das hast doch auch die ganze Zeit mir gemacht!

4x Und ich hab’ nichts dazu gesagt!
Du hast mich ma’ was Vernünftiges gefragt!

Ich weiß jetzt warum der Typ so is’,
weil er irgendwie am Leben vorbeiläuft.
Da frag’ ich mich wirklich: „Warum isser nich’ an mir vorbeigelaufen?
Der Vollidiot! Und Tschüss!“


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Und wer jetzt an einen Kneipenbesuch in Hamburg denkt:

Diggas Kneipentipps

Gretel & Alfons

Goldener Handschuh

Elbschlosskeller

Zum Windjammer

Davidquelle

Ritze

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